Talträume

(Foto: Jens Goetzke/Pixelio.de) Ich schlage mich seit meiner Kindheit mit Übergewicht herum – mal mit mehr Erfolg, mal mit weniger. Aus verschiedenen Gründen, auf die ich im Lauf der nächsten Blogposts noch eingehen werde, starte ich einen neuen Versuch, mein Gewicht in den Griff zu kriegen, mit großer Hoffnung auf Erfolg. Warum ich diese Posts unter dem Titel Talträume sammele?

Als Kind las ich „Die Höhlenkinder“ von A.Th. Sonnenleitner, ein Buch vom Anfang des 20. Jahrhunderts, in dem ein Pädagoge seinen Schülern die Entwicklung und Erfindungen von der Steinzeit bis hin zur Eisenzeit verdeutlichen wollte. Dazu erzählte er die Geschichte zweier Kinder, die mutterseelenallein in einem Tal von der Außenwelt abgeschnitten werden – sie lernen, zu überleben, Steinwerkzeuge herzustellen, zu jagen, zu sammeln. Im Laufe ihres Erwachsenwerdens machen sie immer mehr Erfindungen, bis sie schließlich in einer Zivilisationsstufe wie der Eisenzeit angekommen sind. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, fand sehr spannend, wie der Autor seine Protagonisten durch Ideen, Zufälle und Weiterentwicklungen die Zivilisationsgeschichte nacherleben lässt.

Da ich schon zu dieser Zeit mit Übergewicht zu tun hatte, hatte ich einen gern geträumten Tagtraum: ich würde selbst in einem solchen Tal landen, wäre auf mein eigenes Sammeln und Jagen und Erfindungsmöglichkeiten angewiesen, was mir in meiner Fantasie natürlich gelang. (Als vorsichtiges Wesen imaginierte ich mir auch in meinen Tagtraum einen Sack mit Getreide für Notfälle, verhungern wollte ich schließlich nicht.) Die Vorstellung kam mir wie die perfekte Abnehmkur vor: zum einen würde es weniger zu essen geben, weil es schwieriger zu finden war, und natürlich würde das ganze Herumlaufen beim Jagen und Sammeln und Fischen dazukommen, was hoffentlich zu Beweglichkeit, Muskeln und guter Koordination führen würde.

Wenn ich jetzt mit der Benennung Talträume dieser Posts mich an diesen Tagtraum erinnere, bedeutet das für mich, den Verzicht, der mit Diät einhergeht, die zusätzliche Bewegung, Sport, Muskelstärkung usw. positiv zu besetzen, es ist auch irgendwie eine Visualisierung: Ich werde natürlich nie in einem solchen von der Außenwelt abgeschnittenen Tal landen – aber ich kann die angestrebten Verhaltensänderungen durch diese Talträume umdeuten in etwas für mich Erstrebenswertes, was hoffentlich zu meinem Durchhaltevermögen beitragen wird.

Dabei fällt mir der Wasserfall ein, der im Kreuzberger Viktoria-Park in künstlich angelegten Kaskaden in der Sommersaison sprudelt: ein künstliches Landschaftsbild mitten in der Stadt – aber es ist schön anzusehen, wenn man, wie in Berlin, keine Schluchten, Bergbäche usw. in der Nähe hat.

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Ein Detailbild des Wasserfalls, Mai 2016
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Ein Gedanke zu “Talträume

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