Auslöser

Was war der Auslöser für mich, jetzt noch einmal Gewichtsreduktion in Angriff zu nehmen? Eigentlich ist das ein Dauerthema, ich habe einige größere Abnahmen hinter mir, die ich zum großen Teil auch nicht wieder draufgepackt habe, aber ich bin mit einem BMI von 29 noch weit vom Normalgewicht entfernt. Die letzten Jahre bewegte ich mich immer mal, je nach Jahreszeit, in einem Raum von +/- 2-3 Kilo.

Auslöser gab es mehrere. Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Comiczeichnerin erzählmirnix ein E-Buch zum Thema Fettlogiken – also falsche Annahmen über Ernährungs- und Abnehmprozesse und -zusammenhänge, die einem das Abnehmen eher erschweren als erleichtern. Sie hat sich aufgrund einer eigenen Abnahme von 150 auf 65 kg intensiv mit dem Thema und allen wissenschaftlichen Studien, derer sie habhaft werden konnte, auseinandergesetzt und schreibt darüber in ihrem Buch „Fettlogik überwinden“ (inzwischen auch gedruckt vorliegend) und in ihrem Blog „Fettlogik“. Ich wurde über Twitter recht schnell auf das Buch aufmerksam, las das E-Buch, fand es überzeugend: aber machte leider nicht dieselbe Erfahrung, von der inzwischen viele Gastautoren auf dem Fettlogik-Blog berichten, dass es „klick“ machte und auf einmal die Abnahme nach all den Jahren viel einfacher ging als gedacht – z.B. wie in den motivierenden Berichten von Kat oder von Undine. Bei mir ging es immer hin und her: Abnehmerfolge von 2-3 Kilo, dann irgendwie aus dem Tritt kommen, Kalorien nicht mehr aufschreiben, nicht wiegen, wieder 2-3 Kilo zunehmen, dann das ganze Spiel von vorne. Für die, die das Buch von erzählmirnix (Dr. Nadja Hermann) noch nicht kennen, nur schnell die Anmerkung: Das hat nichts mit Hungerstoffwechsel oder ähnlichen Mythen zu tun, sondern lag schlicht und ergreifend daran, dass ich mehr aß, als ich verbrauchte.

Ich hatte alles notwendige Wissen, das ich brauchte, hatte auch eine Methode, die mir vor ein paar Jahren sehr geholfen hatte, abzunehmen, aber mir fehlten Motivation und Durchhaltevermögen, ich ließ mich zu leicht aus dem Tritt bringen.

Vor zwei, drei Wochen gab es dann den Motivationsschub, den ich brauchte. Ich habe eine sehr unausgeglichene Figur, obenrum eher schlank und fast schmal, untenrum sehr ausladend, zwischen Oberteilen und Hosen/Röcken bestehen mehrere Kleidergrößen Differenz. Beim Abnehmen verliere ich als erstes Gewicht in der Taille, am Dekolleté (hallo Brustbein!) und im Gesicht. Trotzdem hatte ich immer gedacht, dass ich nur genug abnehmen müsste, um auch an Hüften, Hintern und Oberschenkel Gewicht zu verlieren und irgendwann einen normal proportionierten Körper zu haben.

In den letzten Wochen hatte ich immer wieder schmerzende Beine, manchmal waren sie schon morgens bleischwer. Die Venen waren es nicht, im Frühjahr hatte ich meine eine Problemvene an der linken Wade operieren lassen, meine anderen Venen bekamen bei der Ultraschalluntersuchung ein gutes Zeugnis. Bei der Recherche nach den Ursachen stieß ich auf das Phänomen des Lipödems. Ich hatte davon schon mal gelesen, und war davon ausgegangen, obwohl die Beschreibung genau auf meine Figur zutraf, dass es sich um eine unnötige Pathologisierung des Phänomens handelte, im Interesse der Kompressionsstrumpfindustrie und der Ärzte, die Fettabsaugung anbieten – Kompression und Liposuktion sollen nämlich die einzigen Methoden sein, die helfen, Diät und Sport, so die Aussagen „helfen gar nichts!!!1111!!!!“.

Da ich schon die Erfahrung gemacht habe, dass ich, wenn auch später als am Oberkörper, beim Abnehmen durchaus auch Gewicht am Unterkörper verliere, will ich diese Aussage für mich noch nicht aktzeptieren. Ich habe durch diesen gesundheitlichen Aspekt einen neuen Motivationsschub zum Abnehmen bekommen, den ich nutzen will. Egal, wie schwierig das Abnehmen mit Lipödem ist, jedes Kilo weniger, das den Körper, die Beine und vor allem das Lymphsystem nicht belastet, kann nur gut sein. Gleichzeitig will ich auch mit Kompressionstherapie schauen, was sich zur Verbesserung der Schmerzen beitragen lässt. Ich habe in den letzten Wochen viel zu dem Thema gelesen, was ich alles zum Lipödem herausgefunden habe, werde ich in folgenden Posts verarbeiten…

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