Wette(n) – gewonnen!

In der vergangenen Woche habe ich drei Wetten und eine Sechstel-Wette gewonnen! Ich war nämlich nicht nur eine Monatswette (4 % Gewichtsverlust innerhalb von vier Wochen), sondern im ersten Überschwang der Motivation gleich drei eingegangen, was ich so hier im Blog noch gar nicht gesagt hatte, weil es mir ein bisschen peinlich war. Nach den ersten panikmachenden Wassereinlagerungen direkt nach Wettenabschluss war meine Motivation dann in Bestform, wie ich ja schon im Update zur Wette berichtet habe. Und es ging richtig gut weiter, so dass ich mein Ziel mit einem lockeren 0,5kg-Vorsprung erreicht habe. Eine kleine Schrecksekunde hatte ich noch, als ich mit Fotoapparat zur Dokumentation auf die Waage stieg und feststellte, dass der auch noch mal 200-300 g wiegt…! Aber das bewegte sich ja alles im Rahmen.

Ich reichte also die Bilder als Dokumentation ein und bekam dann nach und nach die Bescheide, dass sie für die jeweiligen Wetten akzeptiert worden waren und ich zu den Gewinnern der Monatswetten zählte. Pro Wette hatte ich 30 $ eingesetzt, die Gewinne beliefen sich 42, 44 und 45 $, die ich mir jetzt irgendwann auszahlen lassen kann. Da ich für die Monatswetten 4 % Gewicht verlieren musste und für den ersten Monat der 6-Monatswette 3 % war dieses erste Sechstel der Halbjahreswette natürlich kein Problem und ich habe da schon einen netten Vorsprung für die Runde zwei, so dass ich bis zum nächsten Termin in vier Wochen nur ein knappes Kilo abnehmen muss. Das hört sich zwar im ersten Moment an, als ob das mit links klappen sollte, aber ich denke, ich muss aufpassen, dass ich jetzt nicht den Schwung verliere. Eventuell schließe ich noch mal eine Monatswette ab, allerdings erst, nachdem wir am kommenden Wochenende unsere Chorkonzerte hatten, die Konzertwochenenden sind nie wirklich optimal zum Abnehmen.

Insgesamt war diese Wettgeschichte wirklich die richtige Motivation für mich zur richtigen Zeit. Ich habe hier mal meinen Verlauf der letzten Monate eingefügt: wp-1498421023499.jpeg

Nachdem ich, was man jetzt hier nicht sieht, im letzten Frühjahr unter 80 war, hatte ich den Fokus verloren. Sehr schön sieht man dann, wie im September und Oktober die Probleme mit meinen Beinen und schließlich die Lipödem-Diagnose dazu führten, dass ich die richtige Motivation zum Abnehmen fand, nach dem Motto: das Lipödem selbst kann ich nicht abnehmen, aber ich kann versuchen, das wegzukriegen, was „normales Übergewicht“ ist. So konnte ich ziemlich bald sagen: Nie mehr…! (80 kg). Und weiß heute, dass ich danach tatsächlich nie mehr die 8 vorne auf der Waage hatte und auch nicht mehr haben werde, sondern vielleicht bald schreiben kann: Nie wieder 70!

Bei der Anzeige in meiner App sind die dünnen roten Striche immer die Markierung für die einzelnen Einträge, die dicke rote Linie ist der Trend, der sich aus den Daten der letzten sieben Tage errechnet. Ende Oktober und Anfang November sieht man noch schön, wie ich oft tagelang haargenau denselben Wert auf der Waage hatte, bis ich schließlich meiner faulen Waage auf die Schliche kam: Elektronische Unwägbarkeiten oder: Der kleine Robert .

Die Vorweihnachtszeit, Feiertage und Neujahr habe ich, finde ich, ganz gut gemeistert, auch im Januar ging es von der Tendenz bergab, und ab Februar fing dann das Hin- und Hergeschwanke an. Dass, wenn es mit dem Gewicht aufwärtsgeht, immer so wenig Messpunkte da sind, hat mit einer blöden Angewohnheit meinerseits zu tun. Ich stelle mich in diesen Zeiten zwar nach wie vor täglich auf die Waage, aber „weil ich mir die Kurve nicht versauen will“, gerate ich dann in einen Zustand, in dem ich das Gewicht nicht eintrage. Wie blöd kann man sein! Denn das Resultat ist ja trotzdem dasselbe! Auch als ich nach Wettabschluss Ende Mai wegen unvorhergesehener Wassereinlagerungen Panik schob, habe ich, wie man sieht, wenig eingetragen, erst wieder, als es richtig schön nach unten geht. Ähm, man könnte es wohl als Scheuklappen beschreiben, oder als Augen zusammenkneifen, Ohren zuhalten und laut „lalalalaaaa!“ singen.

Aber Anfang Juni ging es dann schön steil bergab. Insgesamt läuft es darauf hinaus, dass ich nahrungstechnisch an normalen Wochentagen ungefähr ein 1000-kcal-Defizit hatte, berechnet auf einen Tag mit viel Schreibtisch und wenig Bewegung. Was zusätzlich an Bewegung reinkam, Arbeitsweg, Spaziergänge, Zusätzliches, habe ich meistens nicht extra aufgeschrieben, um nicht in Versuchung zu kommen zu denken: Ach, so viel durch Bewegung verbraucht, dann kannst du ja noch was essen.

Ausnahme: die Wochenenden. Da esse ich einfach mehr, allein dadurch, dass ich frühstücke, was ich ja unter der Woche nicht mache, und mich mit Leuten treffe, und da spielt gemeinsames Essen ja durchaus mal eine Rolle. An den Wochenenden hatte ich meistens kein Defizit (berechnet auf Verbrauchsumsatz eines Wenig-Bewegungstags), aber habe dafür versucht, mich noch mehr zu bewegen, so dass ingesamt vielleicht auch an den Wochenenden ein Defizit zustande kam. Insgesamt ging es so nett und kontinuierlich nach unten auf der Waage, dass es höchst motivierend war. Jetzt muss ich nur zusehen, dass ich mich nicht aus dem Rhythmus bringen lasse und einfach die bisherigen Angewohnheiten beibehalte.

Konkret heißt das: Wenig Schoko. Und unter der Woche:

  • kein Frühstück
  • Mittags gerne Suppe und eine halbe fettreduzierte Mozzarella: entweder ein halbes Glas einer gekauften Suppe oder eine Portion einer selbstgekochten „Was-das-Gemüsefach-so-hergibt-und-Curry-rein-Suppe“, meist auf der Basis von Brokkoli, dazu gerne rohe Karotten oder Kohlrabi
  • Manchmal auch eine große Portion Skyr, manchmal mit etwas Proteinpulver
  • Abends unter der Woche meistens Gemüse in der Pfanne, dann zwei Eier als Rührei drauf, am Wochenende meistens große Portionen gedünstetes Gemüse, mit ein bisschen Süßkartoffel für ein paar Kohlehydrate, dann ein Lachsfilet draufgelegt und mitgedünstet. Oder irgendwas mit Hähnchenfilet und Gemüse. Die Variationen kommen durch unterschiedliche Gewürze zustande.

Es war für mich ein Aha-Effekt, dass ich nur wieder in die richtige Motivation kommen musste, und das Hin- und Hergeschwurbel der letzten Monate ließ sich so leicht überwinden, dass ich mich in der Rückschau echt frage, warum ich dafür so lange gebraucht habe.

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8 Gedanken zu “Wette(n) – gewonnen!

  1. Owl

    Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg! Ich hab noch eine Woche bis zu meinen beiden Vier-Wochen-Wetten und schwanke fröhlich herum. Könnte eng werden… aber noch bin ich zuversichtlich!

    1. Dankschön und ich drücke Dir die Daumen! Eine Frage: Du hast doch inzwischen Bolero statt einzelner Armstrümpfe – ich werde bei meinem nächsten Arzttermin diese Woche meine Ärztin fragen, ob eventuell Armkompression notwendig ist, zumindest vielleicht beim Sport, weil ich mit zunehmend warmen Wetter leider Beschwerden in den Armen habe… Würdest Du mit Deiner Erfahrung zu einzelner Armkompression oder Bolero raten, auch in Bezug auf sommerliche Temperaturen?

    1. Ich glaube, es spielt auch eine Rolle, in welchem BMI-Bereich man sich gerade bewegt – sowohl bei sehr hohen wird die Wette schwieriger als auch meiner Vermutung nach im bereits „Normalgewichtsbereich“. Bei höherem Gewicht sind natürlich die 4 % Körpergewicht, die man in vier Wochen loswerden muss, viel höher – allerdings kann man auch theoretisch allein durch „Weglassen“ ein höheres Defizit haben. Wenn man sich bereits im Bereich unter BMI 25 befindet, stelle ich es mir auch schwierig vor, zwar sind 4 % dann weniger, aber Schwankungen machen dann viel mehr aus… Ich fand den Bereich, in dem ich mich jetzt befand, wo ich im Durchschnitt etwa 750 g pro Woche loswerden musste, genau richtig… :-D.

    1. …ich habe mir nur beim Lesen Deines aktuellen Posts überlegt, was gewesen wäre, wenn mittendrin meine Waage kaputtgegangen wäre und ich plötzlich so ein Exemplar wie Dein neues gehabt hätte… Panik! Aber in der Tat kam die Motivation für mich genau zur richtigen Zeit und in der richtigen Form…

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