Isle of Man IV oder: Fauna (Teil 1)

Ich habe lange nichts mehr geschrieben, aus diversen Gründen – so schön der Urlaub war, hinterher ging und geht es mir im Alltag gar nicht gut, aber das ist eher was für einen eigenen Blogpost.

Um überhaupt wieder ins bloggen reinzukommen, schreibe ich lieber noch etwas über die wunderschöne Isle of Man, diesmal über die Tiere, die ich dort zu Gesicht und zu Ohren bekam. Für alle Fotos gilt: Einzelen Bilder anklicken für eine Vollanzeige.

Da wären natürlich als erstes die Möwen zu nennen. Unermüdlich, Tag und Nacht, ja auch bei totaler nächtlicher Dunkelheit nachts um drei, hörte man das gellende, kreischende Lachen der Möwen. Ich mag Möwen sehr gerne, auch wenn sie manchmal wahnsinnig frech sind, ist es doch ein Genuss, ihnen beim Fliegen zuzuschauen. Ich vermute, nach den Abbildungen und genannten Merkmalen bei Wikipedia haben wir hauptsächlich Silbermöwen gesehen, ich müsste mir mal meine Fotos noch mal genauer anschauen, um zu sehen, ob auch Heringsmöven dabeiwaren. Die Jungvögel in ihrem braungesprenkelten Kleid standen den Erwachsenen in der Größe kaum noch nach – nur ihr Verhalten war noch sehr kindlich, wenn sie sich bettelnd-klagend neben eine erwachsenen Möwe postierten, die aber – es war immerhin schon August – die Jungmöwe meistens ignorierte.

(Ganz im Gegensetz zu einer Nebelkrähe, die ich vor zwei, drei Wochen hier in Berlin beobachtete: sie hackte mit dem Schnabel in der Spalte zwischen zwei Bordsteinen herum, um dann das, was sie herausbefördert hatte (was auch immer es war), ihrem dabeistehenden Jungvogel zu überlassen. Oder es war gar nichts Interessantes… Kann natürlich auch sein.)

Ich habe zahlreiche Möwen fotografiert, hier noch eine kleine Auswahl. Außerdem habe ich gelernt, dass sitzende Möwen ein guter Winddanzeiger sind: Sie setzen sich immer mit dem Schnabel direkt in die Richtung des Windes.

Krähe – nächstes Stichwort. Ich liebe ja Rabenvögel, seien es Krähen, Elstern, Raben, Dohlen… daher habe ich auch die, die ich gesehen habe, versucht zu fotografieren. Während ich in Berlin hauptsächlich Nebelkrähen sehe, waren auf der Isle of Man viele Dohlen unterwegs und auch richtig kohlrabenschwarze Raben.

Hier die Raben und Krähen:

Einer schien mit mir Peekaboo zu spielen („Kuckuck!“):

Und hier die Dohlen, erkennbar an den etwas kürzeren Schnäbeln und den hellen Augen – und natürlich kleiner als die Raben und Krähen:

Im Hafen von Peel habe ich auch einmal einen Kormoran, der sich in der Abendsonne trocknete, beobachtet. Der Name Kormoran kommt, wie ich gerade durch Wikipedia lerne, übrigens über altfranzösisch cormareng vom lateinischen corvus marinus – Wasserrabe, Meerrabe, wobei sie natürlich nicht wirklich mit den Rabenvögeln verwandt sind. Da Kormorane bis zu 60 Sekunden lang bei ihren Jagdgängen tauchen, sind sie wahrscheinlich auch nasser als andere Wasservögel (?) und sitzen deshalb so oft mit ausgebreiteten Flügeln zum Trocken da – jedenfalls ein schöner Anblick. Für das letzte Bild habe ich eine Möwe für den Maßstab dazugebeten:

In der Abenddämmerung war auch ein Reiher im Hafenbereich von Peel unterwegs: Ich sah, wie er erst stocksteif dastand, dann seinen Hals waagrecht vorstreckte, zustieß, aber ich weiß nicht, wie erfolgreich er war. Er steltzte dann in großer Seelenruhe weiter.

(Einmal, als wir von Castletown zur Rushen Abbey gelaufen sind, sah ich am Flußlauf, wo sich nach ein paar Stromschnellchen und Wasserfällchen ein paar natürliche Becken gebildet hatten, einen Reiher auffliegen, leider war ich nicht schnell genug mit der Kamera.)

Der Blogpost wird gerade sehr ornithologisch, wie ich feststelle – ich werde also noch mal einen Extra-Post für die Säugetiere machen. (Teaser: Seehunde! Ganz viel und ziemlich nah! Und Filmchen von Seehunden!)

Als wir uns den Dhoon Glen anschauten, erreichten wir nach einem wunderschönen Spaziergang an einem Bach mit vielen Stromschnellen, Wasserfällen und Zuläufen entlang schließlich den steinigen Strand, wo wir eine Rast einlegten. Hier sahen wir auf den Felsen einen Raubvogel sitzen: Twitterer meinten, nachdem ich die Frage in die Timeline gestellt hatte, dass es sich vermutlich um einen jungen Wanderfalken handelte:

Die reiche Vogelwelt hat auch ihre Auswirkungen auf die Beschilderung, hier an einer Furt und an einer Kirchentür:

Meine letzten Versuche, einen Basstölpel (english: gannet) zu fotografieren, will ich Euch nicht vorenthalten. Ich habe mehrere von ihnen gesehen, nur leider waren sie immer zu schnell, zu weit weg, mein Objektiv hat nicht schnell genug gezoomt: hier (im unteren Bildviertel) der vorletzte Versuch von der Fähre aus und der allerletzte Versuch als Suchbild:

 

Ich bin eine Gelegenheitsfotografiererin, aber die Vogel- und Tier- und Pflanzenwelt und die Landschaften auf der Isle of Man haben mir viel Freude bereitet und den Wunsch geweckt, da auch mal ernsthaft und in aller Ruhe auf Fotopirsch zu gehen.

 

 

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3 Gedanken zu “Isle of Man IV oder: Fauna (Teil 1)

  1. Das sind ja wirklich schöne Bilder! Wie nah Du an diese Tiere rangekommen bist, klasse.
    Rabenvögel sind immer wieder begeisternd. Bei uns überwintern ja auch immer die Raben aus Russland, so dass im Winter viel mehr davon zu sehen sind als im Sommer. Nebelkrähen gibt’s nicht, die sind ja eher ein östlicheres Phänomen.
    Dazu ein Gedicht von Helge Schneider:
    Ein Rabe geht im Feld spazieren
    Daaa fällt der Weizen um
    Is nich Rilke, dafür isses kurz.

    1. Danke! So nah war ich gar nicht dran, meine kleine Kompaktkamera hat nur einen ziemlich tollen Zoom, ich glaube, 30fach? Irre, was heute im erschwinglichen Preissegment möglich ist! Naja, und nahe an Möwen ranzukommen, ist kein Problem, die rücken einem eher von alleine auf den Pelz, weil sie denken, sie könnten was kriegen… Rabenvögel, habe ich festgestellt, sind da viel vorsichtiger, anschauen ist ok, aber wenn man ein Objektiv auf sie richtet, ist ihnen das manchmal schon nicht geheuer und sie hauen ab. Intelligenter halt.

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